ISKD: Intramedullary Skeletal Kinetic Distractor                    
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Callus Formation with ISKDDie Operation

Das Einbringen des ISKD-Verlängerungsnagels in die Markröhre des Knochens (intramedullärer Kanal genannt) dauert etwa zwei Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird das System, bei Verlängerungen des Unterschenkels (Tibia), über eine Bohrung unmittelbar unterhalb des Knies eingesetzt. Die Bohrung für eine Verlängerung des Oberschenkels (Femur) liegt unter der Hüfte. Der obere und der untere Teil des ISKD-Teleskops werden mit jeweils zwei Schrauben am Knochen befestigt. Der zu verlängernde Knochen wird vor dem Einsatz des ISKD-Systems in der Mitte durchtrennt. Bei Verlängerungen des Unterschenkels werden sowohl der Unterschenkelknochen als auch ein zweiter, dünnerer Knochen – Wadenbein oder Fibula genannt - durchtrennt. Nach der Implantation des ISKD-Verlängerungs-System ist alles vorbereitet für die Distraktion.

Nach der Operation
Das operierte Bein darf bis zur ersten Nachuntersuchung nicht belastet werden. Benutzen Sie Gehhilfen. Die Nachuntersuchung erfolgt eine Woche nach der Operation. Sie sollten bis zur Heilung der Wunden nicht baden und erst duschen, wenn die Hautnähte entfernt worden sind.

Der Vorgang der Verlängerung Ihres Knochens findet in zwei Phasen statt, die als Distraktionsphase und Verfestigungsphase bezeichnet werden. Während der  Distraktionsphase wird der innere Teil des Teleskops aus dem äußeren Teil herausbewegt, sodass die beiden Knochenenden auseinandergezogen werden. Zwischen den beiden Knochenhälften bildet sich sogenannter Kallus, d.h. neues, noch weiches Knochengewebe. In der Verfestigungsphase wird der Knochenkallus stabiler und härter, sodass das Bein bald wieder belastet werden kann.

Die Distraktionsphase
Nach der Operation bildet sich an der Durchtrennungsstelle des Knochens zunächst ein Bluterguss. Dort entwickelt sich anschließend neue Knochenmasse, Knochenkallus genannt. Dieser Kallus überbrückt die Durchtrennung zwischen den Knochenenden. Er ist
jedoch zunächst weich und dehnbar, sodass das ISKD-Verlängerungs-System die Knochenhälften voneinander wegbewegen und somit den Knochen verlängern kann.

In diesem frühen Stadium der Knochenbildung, das auch als Regenerationsstadium bezeichnet wird, ist der Knochen noch zu weich, um belastet zu werden bzw. Ihr Körpergewicht zu tragen. Das im Knochen liegende ISKD-System kann Ihr Körpergewicht nur bedingt abstützen. Bei einer zu starken Belastung könnte sich das System verbiegen und das Teleskop blockieren. Im schlimmsten Fall kann das ISKD-System brechen. Deshalb sollte eine volle Gewichtsbelastung erst nach Anweisung Ihres Arztes oder am Ende des Heilungsprozesses erfolgen.

Nach Abschluss der Distraktion, wenn die gewünschte Beinlänge erzielt wurde, beginnt die weiche Knochenmasse durch Kalzifikation zu hartem Knochen zu werden. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen des Beins, kann Ihr Arzt feststellen, wann der Knochen hart genug ist, um Ihr Bein wieder mit dem vollen Körpergewicht belasten zu können. Am Ende des Heilungsprozesses wird das ISKD-Implantat ggf. wieder entfernt. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wann und wie dies erfolgt.

Übungen und Bewegungen zur Distraktion
Bei der ersten postoperativen Untersuchung wird Ihr Arzt die Operationsnarben untersuchen und Ihr Bein röntgen. Dabei erhalten Sie Anweisungen, inwieweit Sie das operierte Bein belasten können. Es wird Ihnen gezeigt, wie Sie Ihr Bein bewegen müssen, um die Verlängerung des ISKD-Teleskops auszulösen. Im Allgemeinen wird durch die Kombination Ihrer normalen täglichen Bewegungsaktivitäten und der gezielten, kontrollierten Übungen eine ausreichende Verlängerung des Beines erzielt. Manchmal ist es notwendig, die tägliche Verlängerungsquote zu erhöhen oder zu vermindern. Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes. Für eine erhöhte Verlängerungsquote werden die Übungen vermehrt durchgeführt, für eine Verminderung werden Ihre Aktivitäten eingeschränkt. Die Übungen zur Distraktion des Beines sollten fünf Tage nach Unterschenkeloperationen und drei Tage nach Oberschenkeloperationen begonnen werden. In bestimmten Fällen kann die Unterstützung einer Hilfsperson nützlich sein, um die erforderlichen Bewegungen bzw. Übungen zu erleichtern.

Über einen speziellen Monitor können Sie den Vorgang der allmählichen Verlängerung Ihres Beins beobachten und kontrollieren. Die Bedienung des Geräts wird man Ihnen erklären. Der Monitor ermittelt die Rotation eines Magneten, der sich im ISKD-Teleskop befindet. Dieser Magnet rotiert während des Auszugs des Teleskopes, der die Verlängerung des Beines bewirkt. Wenn Sie den Monitor auf eine – immer gleiche Stelle - des Beines setzen, ermittelt er, welcher der beiden Pole des Magneten (Nord- oder Südpol) sich näher am Monitor befindet.

Ein Wechsel von Nord auf Südpol zeigt Ihnen an, dass das Teleskop ein Stückchen herausgezogen wurde. Sie sollten Ihr Bein so bewegen, dass eine tägliche Verlängerungsquote von 1 mm erzielt wird. Dies entspricht einer Veränderung der Polpositionen von ca. 2,5 Positionswerten pro Tag oder fünf Polwechsel innerhalb von zwei Tagen. Dieser Wert wird vom Chip des Monitors in Millimeter umgerechnet.

Um die Polveränderungen auszuwerten, müssen die Messungen wenigstens fünfmal täglich ausgeführt werden. Der Monitor gibt Ihnen alle drei Stunden ein Signal, um Sie daran zu erinnern, dass Sie eine Messung vornehmen müssen. Sie sollten darüber hinaus die Messungen auch immer dann vornehmen, wenn Sie dies für notwendig halten, insbesondere nach erhöhter körperlicher Aktivität. Werden die Polveränderungen nicht ermittelt oder werden die Messungen ungenau ausgeführt, kann der Monitor die Verlängerungsquote nicht korrekt berechnen.

Die Verfestigungsphase
Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die geplante Beinverlängerung erreicht. In der nun folgenden Verfestigungsphase muss sich der weiche Kallus kalzifizieren und zu hartem Knochen werden. Dieser Vorgang dauert, abhängig von der Verlängerungsstrecke, im Allgemeinen drei bis neun Monate. Je länger die Verlängerungsstrecke war, desto länger dauert der Verfestigungsvorgang. Sie müssen so lange Gehhilfen benutzen, bis Ihr Arzt über die Auswertung von Röntgenaufnahmen Ihres Beins feststellt, dass sich der Kallus gleichmäßig verfestigt hat und Ihr Körpergewicht wieder tragen kann. Dann können Sie ohne Gehhilfen laufen und Ihr Bein wieder mit dem vollen Körpergewicht belasten.

Die Nachuntersuchungen sollten einen, drei und zwölf Monate nach dem Abschluss der Verlängerung terminiert werden. Bei diesen Unter-suchungen werden Röntgenaufnahmen gemacht, um den Fortschritt der Knochenverfestigung zu ermitteln. Erst wenn der Knochen vollständig durchbaut und tragfähig ist, kann der ISKD-Verlängerungsnagel durch eine Operation aus dem Bein entfernt werden.

Messungen mit dem Monitor

  • Mindestens fünf Messungen pro Tag.
  • Alle drei Stunden ertönt ein Signalton.
  • Die Messungen sollten auch nach erhöhter körperlicher Betätigung vorgenommen werden.
  • Zu erzielende Verlängerungsquote

  • im Durchschnitt 1 mm pro Tag
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